Start › Foren › Familie & Angehörige › Nach 13 Jahren Ehe plötzliche Trennung: ADHS & Depression
Schlagwörter: ADHS, Angehörige, Depression, Partnerschaft, Trennung
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Martin aktualisiert.
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18. September 2026 um 10:04 Uhr #1510
Nicky_18
TeilnehmerHallo zusammen,
ich bin neu hier und suche dringend Austausch mit Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben. Ich bin mit meiner Ehefrau seit 13 Jahren zusammen. Sie war schon immer eine Person, die extrem viel aufschiebt (ADHS-Verdacht). Vor zwei Jahren brachen bei ihr dann Depressionen aus. Seitdem hat sie sich massiv verändert und wurde emotional noch viel unruhiger, unberechenbarer und schneller gereizt.
Am Hochzeitstag kam der absolute Schock: Sie hat sich aus heiterem Himmel von mir getrennt, verhält sich mir gegenüber eiskalt und behauptet plötzlich, sie sei kerngesund. Das Absurde und extrem Schmerzhafte ist: Noch im März hat sie mich von sich aus „Traumfrau“ genannt, und nur ein paar Tage vor der Trennung im Juni hat sie mir noch gesagt, wie sehr sie mich liebt. Bei der Trennung selbst hat sie mir dann plötzlich an den Kopf geworfen, dass in unseren 13 Jahren Beziehung „alles Scheiße“ gewesen sei und sie schon seit genau 2 Jahren (also zeitgleich mit dem Ausbruch der Depressionen) mit dem Gedanken spielt, sich zu trennen.
Parallel hat sie sich im Internet in eine virtuelle Beziehung zu einem Mann geflüchtet, der 550 Kilometer weit weg wohnt. Sie haben sich Ende August einmal auf halber Strecke getroffen und sie sagt nun, sie wolle es mit ihm versuchen. Sie jagt im Grunde unbewusst einem Dopamin-Kick nach, um der Depression und der Überforderung zu entkommen, vernachlässigt dabei aber völlig ihren Alltag und sogar unseren kranken Diabetes-Kater. Ich bin inzwischen aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen.
Ich liebe meine Frau unendlich. Ich habe es geschafft, sie zu überreden, den digitalen Diagnostikpfad bei GAM Medical zu starten (obwohl sie 5 Minuten vor dem Termin alles absagen wollte, weil sie der Meinung war es ist nicht so wichtig und es gehe ihr gut). Das Erstgespräch war erfolgreich, und die drei Diagnostik-Sitzungen sind für Oktober (ab dem 09.10.) fest gebucht. Auch den Link zur örtlichen Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) hat sie vorliegen. Bei dem zweiten Diagnostik-Termin werde ich als Fremdbefund auch dabei sein.
Die Schienen für ihre medizinische Hilfe stehen also, aber bis zum ersten Termin sind es noch über drei Wochen. Diese Wartezeit ist für mich die absolute Hölle. Ich habe schreckliche Verlustängste, quälendes Kopfkino und das Gefühl, emotional langsam daran kaputtzugehen.
Gibt es hier Partnerinnen oder Partner, die so eine plötzliche, krankheitsbedingte Trennung, diese extremen Widersprüche („Traumfrau“ vs. „alles war Scheiße“) nach so vielen Jahren und diese „Online-Flucht“ auch erlebt haben? Wie habt ihr diese unerträgliche Wartezeit bis zur Diagnose und medikamentösen Einstellung überstanden? Haben wir danach überhaupt noch eine Chance für einen Neuanfang, wenn der Nebel sich lichtet?
Ich danke euch jetzt schon von Herzen für jedes liebe Wort und jeden Tipp.21. September 2026 um 16:27 Uhr #1513Martin
ForenverwalterHallo Nicky,
willkommen bei uns im Forum. Eigene Erfahrungen mit einer solchen Trennungssituation kann ich Dir leider nicht mitgeben. Ich wollte Deinen Beitrag trotzdem nicht einfach unbeantwortet stehen lassen.
Was Du beschreibst, klingt nach einer für Dich gerade sehr belastenden Situation – vor allem auch, weil neben der Trennung noch viele offene Fragen und die Wartezeit bis zu den nächsten Terminen dazukommen.
Vielleicht findet sich hier jemand, der selbst eine ähnliche Situation erlebt hat und etwas dazu schreiben möchte. Gerade die Erfahrungen anderer Betroffener oder Angehöriger wären an dieser Stelle sicher hilfreicher als irgendwelche Vermutungen von außen.
Herzliche Grüße
Martin -
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